GFMC: Prävention von Böschungsbränden

Prävention von Böschungsbränden

Source: BahnTV/Deutsche Bahn AG, 24 September 2004


Über einen heißen, trockenenSommer freut sich fast jeder, aber nicht unbedingt die Bahn. Denn dauerhafteTrockenheit kann zu Böschungsbränden führen. 

Sie gefährden immer wieder denBahnverkehr und die Natur. Im August hat die Bahn in einem Pilotversuchkontrollierte Feuer erstmals als Vorbeugemaßnahme gegen unkontrollierte Brändeeingesetzt. Besonders häufig brannte es im Jahr 2003 in der Region Unterfranken.Gemeinsam mit der Unteren Naturschutzbehörde und der Freiburger ArbeitsgruppeFeuerökologie des Max-Planck-Instituts für Chemie testete die Bahn dieMethoden des kontrollierten Brennens.

 

Getestet werden soll an dreiBahndämmen, an denen das Feuerökologenteam Abschnitte zwischen 200 und 400Metern in Brand setzen will.Kilometer 21 an der Bahnstrecke Gemünden – BadKissingen: Laut Messgerät ist die Luftfeuchtigkeit zu hoch, die Bewölkungzu stark und das Gras zu feucht.Brandgefahr herrscht heute nicht. Glück fürdie Natur, Pech für den Wissenschaftler und Feuerökologen Alexander Held. Nocheinmal misst er den relativen Feuchtigkeitsgehalt des Grases in der Böschung. 

 Feuergegen Feuer

Am nächsten Einsatzort findetdas Feuerökologenteam einen typischen Gefahrenherd. Ein Funken und schon könntendie ausgedörrten Sträucher an der Böschung lichterloh in Flammen stehen.

 

Deswegen soll dieseGrasschicht kontrolliert abgebrannt werden. Denn das verkohlte Gras ist durchFunkenflug nicht mehr entflammbar Die Gefahr eines unkontrollierten Böschungsbrandesist damit gebannt. 

Die Feuerökologen aus Freiburgbringen internationale Erfahrung mit. Rund um den Globus sind sie als Naturschützerund Fire-Fighters im Einsatz. Ihre Aufgabe: Brand- und Klimaschutz. 

Mit einer so genanntenFeuerkanne (Drip-Torch) und einem Benzin-Diesel-Gemisch legt Alexander HeldFeuer. Seine Kollegen sorgen mit ihren Wasserspritzen dafür, dass sich dieFlammen nicht unkontrolliert ausbreiten können. 

Innerhalb von wenigen Minutenist alles vorbei. Und tatsächlich: Nur die dürren, brandgefährlichen Sträucherwerden Opfer der Flammen bei diesem Versuch. Diesem Pilotversuch müssen nochviele weitere Tests folgen. Damit will die deutsche Bahn zukünftig Böschungsbrändeverhindern. 

Bayerische Biotope

 Nachbayerischem Naturschutzgesetz ist das Abbrennen von Hecken und andererVegetation grundsätzlich ganzjährig untersagt, da unsachgemäße Brände zurZerstörung von Biotopen geführt haben.

 

Dennoch konnten die UnterenNaturschutzbehörden von den Vorversuchen zur Prävention von Böschungsbrändenüberzeugt werden. 
Die von den Freiburger Feuerökologen unter Leitung von Professor Goldammerentwickelten Verfahren des kontrollierten Brennens zur Offenhaltung von Biotopeneignen sich in besonderer Weise auch zur Waldbrandprävention. 
Der Effekt bei dieser Methode besteht darin, dass durch die Reduktion derbrennbaren Grasschicht an Böschungen eventuell entstehende Funken kein Feuermehr entfachen können.

Die Methoden des kontrolliertenBrennens basieren auf umfangreichen wissenschaftlicher Untersuchen unter anderembei der Pflege von Böschungen in Weinbaugebieten im Kaiserstuhl oder dem Erhaltder Heideflächen in Schleswig-Holstein und Brandenburg. 
Hierbei konnte nachgewiesen werden, dass bei dieser Art des Feuers das Risikoder Zerstörung von Biotopen nicht nur deutlich geringer ist, sondern hiermitein aktiver Beitrag zum Naturschutz geleistet wird. 
Durch das Verhindern einer so genannten Verbuschung können nämlich neueBiotope entstehen.

Quelle:Bahn TV/Deutsche Bahn AG, September 2004


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