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Pro Sieben „Welt der Wunder“:

Feuersturm in Oregon – Ursachen und Bekämpfung von Waldgroßbränden

TV-Thema vom 11.08.2002

Auch wenn im Fallevon Oregon und Kalifornien ein Blitzeinschlag das Feuer verursacht hat, ist auchhier der Mensch mit Schuld an der Katastrophe. Durch regelmäßiges Absterbender Pflanzen sammelt sich unter den Bäumen im Laufe der Zeit jede Menge totesHolz an, das sich ideal als Zündstoff eignet. Die Natur hat es so eingerichtet,dass natürliche Feuer den Wald immer wieder von Unterholz und abgestorbenemMaterial befreien. In den USA wurden diese natürlichen Feuer aber immer soschnell wie möglich gelöscht, so dass der Wald nie richtig „gereinigt“wurde und sich das Unterholz immer höher stapelte. Bricht nun ein Waldbrandaus, bleibt das Feuer nicht am Boden und es kommt zu den sogenanntenKronenfeuern. Die Flammen schlagen dabei bis in die Baumkronen hoch undverbreiten sich von Krone zu Krone weiter. Ist es erst einmal so weit gekommen,nimmt der Brand schnell enorme Dimensionen an und wird zu einemunkontrollierbaren Inferno.

„Let Burn“-Politik der USA – Feuerverhütungdurch Feuer

Seit den 80-erJahren haben die USA ihre Strategie geändert: Durch gezieltes und dosiertesFeuerlegen wird das Unterholz klein gehalten und die Bäume weitgehendverschont. In Florida werden große Waldgebiete angezündet, indem Brandkugelnaus Hubschraubern
abgeworfen werden, die sich beim Aufprall selbständig anzünden und dieUmgebung in Brand setzen.

Waldbrandforschung in Deutschland

Der FreiburgerProfessor Johann Georg Goldammer erforscht und bekämpft seit 1973 Waldgroßbrände.Gemeinsam mit seiner „Arbeitsgruppe Feuerökologie“ gründete er das„Global Fire Monitoring Center“ (GFMC) in Freiburg. Goldammer und seineKollegen sammeln täglich Satellitendaten, entschlüsseln sie und erstellenLandkarten, die zeigen, wo es gerade brennt. Diese werden ins Internet gestelltund regelmäßig aktualisiert. Somit entsteht das erste weltweit abrufbareBeobachtungs- und Überwachungssystem für Brandbekämpfung, das helfen soll,große Vegetationsbrände genauer zu analysieren und den Feuerschutz zuverbessern.

Zu Forschungszweckenreist Goldammer rund um die Welt und koordiniert gigantische Feuerexperimentewie zum Beispiel SAFARI ( Southern Africa Fire-Atmosphere Research Initiative).Daran waren 150 Wissenschaftler aus insgesamt 14 Ländern beteiligt. Sie zündetenmehrere Savannenflächen im Krüger-Nationalpark an. Mit Analyse- und Messgerätenerfassten die Wissenschaftler die Konzentration gasförmiger und fester Stoffeund konnten am Ende belegen, dass Vegetationsbrände Einfluss auf die atmosphärischeUmwelt und das Klima haben.

Unterirdische Feuerquellen im Urwald

In Südostasienmachte Goldammer während der 80-er Jahre eine erstaunliche Entdeckung: ImUrwaldboden Indonesiens fand er brennende Kohleflöze, die seit über 20.000Jahren in der Erde glühen. Diese Glut kann sich in Dürreperioden aus demNichts neu entzünden und war in den letzten Jahrtausenden wiederholt Ursachevon Waldbränden. Das Problem dabei ist, dass sich diese unterirdischenKohlevorkommen nur schwer oder überhaupt nicht löschen lassen.

Quelle: Pro 7 Welt der Wunder
http://wdw.prosieben.de/wdw/Natur/Naturgewalten/FeuersturmOregon/Brandforschung/


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