Kaiserstuhl

Das Flämmen bleibt am Kaiserstuhl weiter erlaubt

11 December 2009

published by www.badische-zeitung.de/


Auch weiterhin dürfen am Kaiserstuhl kontrolliert Rebböschungen geflämmt werden. Die Landratsämter Emmendingen und Breisgau-Hochschwarzwald haben jetzt die dazu notwendige Allgemeinverfügung wieder erteilt.

 
 
 
 
 
Die Winzer am Kaiserstuhl dürfen auch weiterhin Rebböschungen kontrolliert abflämmen. Dabei müssen sie sich aber an die Regeln halten.
Foto: Herbert Trogus

 

 

 

KAISERSTUHL. Damit beim Flämmen künftig alles mit rechten Dingen zugeht, werden Böschungspflegewarte ausgebildet. Am Runden Tisch sei mit Vertretern der Winzer, der Naturschutzverbände, der Gemeinden und der Landratsämter ein Konsens erzielt wird, informierte Matthias Fetterer, Sprecher des Landratsamts Breisgau-Hochschwarzwald. Nach dem Naturschutzgesetz ist das Abbrennen von Böschungen generell verboten. Daher ist alljährlich eine Ausnahmegenehmigung der Landratsämter erforderlich.

Erlaubt wurde jetzt der kontrollierte Feuereinsatz am Kaiserstuhl für die kommende Brennsaison. Seit dem Jahr 2003 ist es Winzern, Landwirten und Gemeinden am Kaiserstuhl bekanntlich erlaubt, unter Einhaltung bestimmter Regeln Feuer zur Böschungspflege einzusetzen. Diese Regeln waren von Winzern, Naturschutzverbänden, Gemeinden und den Landwirtschafts- und Naturschutzbehörden gemeinsam erarbeitet worden.

In den vergangenen Jahren war es allerdings immer wieder zu Verstößen gekommen – sehr zum Ärger der Naturschutzverbände. Daher wurden jetzt Schritte beschlossen, die Verstöße gegen die Brennregeln verhindern sollen. So sollen Böschungspflegewarte ausgebildet werden, die für die Koordination und Planung der Einsätze gegen das Zuwachsen der Rebböschungen zuständig sind.
 

Außerdem werden der Landwirtschaftsverband und der Weinbauverband bei Landwirten und Winzern für die Bildung von Brenntrupps werben. Diese Trupps sollen aus mindestens zwei Personen bestehen, die die Feuer fachgerecht und vorschriftsmäßig legen und sie unter Kontrolle halten. Die Gemeinden wollen durch verstärkte Kontrollen illegale Flämmer dingfest machen und so gravierende Verstöße verhindern.

Für die künftigen Böschungspflegwarte hat bereits der erste Fortbildungstag stattgefunden. Die Nachfrage war so groß, dass die Teilnehmerzahl auf 25 aufgestockt wurde, berichtet Matthias Hollerbach von der Plenum-Geschäftsstelle, der das Fortbildungsangebot gemeinsam mit Hans Page vom Landschaftserhaltungsverband Emmendingen und Hans Friedlaender vom Büro für Böschungspflege initiiert hat. Zu den Interessenten gehören Winzer, Landschaftsgärtner, Bauhofmitarbeiter und Naturschutzaktive.

 

Mitarbeiter von “Working on Fire” informierten und gaben Tipps

 

Mitarbeiter der Vereinigung “Working on Fire”, Profis für Feuereinsätze weltweit, informierten, was bei einem kontrollierten Feuereinsatz zu beachten ist. Vermittelt wurden praktische Tipps, Hintergrundinformationen zu den ökologischen Wirkungen von Landschaftsfeuern und Tipps zu einer effektiven Arbeitsplanung und zur Organisation von Brenntrupps. Vor allem wurde erklärt, auf welchen Böschungsflächen der Einsatz von kontrolliertem Feuer überhaupt sinnvoll ist.

An einem zweiten Fortbildungstag im Februar 2010 sollen Brenntrupps soll die Praxis des kontrollierten Feuereinsatzes in Brenntrupps erproben. Nach diesem ersten Fortbildungsmodul zum Feuereinsatz werden vier weitere folgen, in denen weitere Fragen und Techniken der Böschungspflege thematisiert werden.”Wir sehen den Bedarf an einer Professionalisierung der Böschungspflege und haben offensichtlich ein dafür passendes Konzept geschneidert”, sagt Hans Friedlaender, der seit 2008 das Büro für Böschungspflege im Kaiserstuhl betreibt.

Gerade das erste Fortbildungsmodul zum kontrollierten Feuereinsatz hält Hans Page vom Landschaftserhaltungsverband Emmendingen für besonders wichtig. Er hatte mit Winzern, Gemeinde und der Jugendfeuerwehr in Malterdingen einen Versuch zum gemeinschaftlichen Feuereinsatz gestartet, der auch als “Malterdinger Modell” bezeichnet wird. “Ich freue mich über das wachsende Bewusstsein, dass Feuer gründlich vorausgeplant, vorbereitet und professionell durchgeführt werden muss”, sagt Page.

Dank der Initiative von Matthias Hollerbach wurde der erste Fortbildungstag von Plenum gefördert. “Aufgrund des hohen Naturschutzpotenzials der großen Böschungsflächen sehe ich die Böschungspflege als zentrale Herausforderung einer nachhaltigen Regionalentwicklung im Sinne von Plenum”, so Hollerbach.

Die Böschungspflegewarte sollten so geschult werden, dass sie und frühzeitig und systematisch die jeweils angemessenen Pflege organisieren. Ziel sei es, dass das Büro für Böschungspflege mit den Bauhöfen und den Böschungspflegewarten vor Ort das Management der Landschaftspflege im Kaiserstuhl professionell betreiben kann.  


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