Feuerwalze bahnt sich Weg über Stoppelfeld

Feuerwalze bahnt sich Weg über Stoppelfeld

9/10 August 2009

published by www.mz-web.de


Germany — Feuerwalze bahnt sich Weg über Stoppelfeld – 9 August 2009

Zwei Wehrleute bei Einsatz in der Volkstedter Senke verletzt – Flammen erfassen ein Fahrzeug

Dramatische Bilder gab es am Sonntag in der Volkstedter Senke zu sehen. Unweit der Bundesstraße 180 brannte dort ein abgeerntetes Feld. Eine Feuerwalze bahnte sich den Weg übers Stoppelfeld. “So etwas habe ich noch nie gesehen”, so der Eisleber Markus Hönig, der dort mit dem Auto entlang kam und kurzzeitig einmal anhielt. “Man hat die Hitze förmlich gespürt”, sagt der 42-Jährige.

Wie es zu dem Feuer auf einer Fläche von etwa zwei Quadratkilometern kam, das ist derzeit noch unklar. Fakt ist: Die Ausbreitung des Feuers wurde durch die extreme Trockenheit sowie durch wechselnde Winde begünstigt. Genau diese Winde haben dafür gesorgt, dass ein Einsatzfahrzeug der Feuerwehr von den Flammen ergriffen worden ist und völlig ausbrannte. Zwar wurde versucht, das Feuer an dem Fahrzeug mittels Schaum zu löschen – das gelang jedoch nicht. Das Fahrzeug soll der Klostermansfelder Wehr gehören.

Ein weiterer Zwischenfall hat sich am Rande des Brandes ereignet. Auf dem Weg zum Brandort ist ein Fahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Volkstedt mit einem Pkw zusammengestoßen. Dabei wurde nach jetzigen Erkenntnissen der Pkw-Fahrer schwer verletzt. Wie sich der Unfall genau zugetragen hat, dazu laufen noch die Untersuchungen. Nach MZ-Informationen gab es bei den Löscharbeiten auf dem Feld zwei verletzte Feuerwehrleute. Sie sollen leichte Brandverletzungen im Gesicht erlitten haben.

Im Einsatz waren elf Feuerwehren mit etwa 130 Leuten. Sie versuchten, der Flammen Herr zu werden. Das gestaltete sich jedoch schwierig. Glaubte man, dass man das Feuer in einem Bereich bereits im Griff hatte, flammte es an dieser Stelle wieder auf. Die Flammen waren auch von den angrenzenden Straßen zwischen Eisleben und dem Thälmannschacht sowie auf der Harzstraße in Richtung Halle zu sehen. “Ich habe zuerst den Qualm gesehen und gedacht, dort wird gerade geerntet”, so Karen Möller, nachdem sie nach rechts aus ihrem Autofenster schaute. Aber wenige Augenblicke später zuckten Flammen in Richtung Himmel. Schnell zur Stelle seien aber auch dort die Feuerwehrmänner gewesen, so Frau Möller. “Das war bestimmt keine einfache Geschichte für sie”, zollt sie den Einsatzkräften Respekt.

Zeitweise drohte auch die Gefahr, dass das Feuer auf ein angrenzendes Waldstück übergreift. Das konnten die Feuerwehrleute jedoch verhindern. Am Abend war das Feuer gelöscht – die vielen Feuerwehrleute hatten einen anstrengenden Tag hinter sich.


Hier versuchen die Feuerwehrleute, das in Brand geratene Fahrzeug mittels Schaum zu löschen.
Bei dem Flächenbrand waren elf Feuerwehren im Einsatz. (FOTO: KLAUS WINTERFELD)

 

Mansfeld-Südharz – Defekte Pumpe verhindert Einsatz gegen Feuer – 10 August 2009

Eine Verkettung unglücklicher Umstände hat den Einsatz von elf Feuerwehren beim Brand in der Volkstedter Senke begleitet. Die Bilanz nach dem Sonntag: Totalschaden an zwei Feuerwehrautos, fünf Verletzte sowie eine verbrannte Fläche von 45 Hektar – das entspricht einer Fläche von etwa 64 Fußballfeldern. Der Gesamtschaden wird von der Polizei auf etwa 300 000 Euro geschätzt. Bei dem Feuer waren elf Wehren mit 130 Leuten im Einsatz. Die Ursache des Feuers ist nach wie vor unklar. Die Ermittlungen der Polizei laufen.

Bei einem Unfall am Rande des Brandes stießen ein Tankfahrzeug der Feuerwehr Volkstedt sowie ein Pkw zusammen. Sowohl der 32-jährige Fahrer des Feuerwehrautos, als auch die 24-jährige Frau in dem Pkw wurden verletzt ins Klinikum gebracht. Beide erlitten laut MZ-Informationen Prellungen. Die 24-Jährige ist selbst Mitglied der Feuerwehr Kreisfeld und wollte mit ihrem Privatwagen zum Einsatz. Der Zusammenstoß erfolgte an einer unübersichtlichen Stelle in einer Kurve. Die Ermittlungen, wie es zu dem Unfall kommen konnte, laufen noch, so Polizeisprecherin Ulrike Diener. Dazu sollen die Beteiligten befragt werden, wenn es ihr Gesundheitszustand erlaubt. Laut Kreisbrandmeister Steffen Hohmann ist das Fahren mit Sondersignal Bestandteil bei der Ausbildung in den Feuerwehren. Zudem werde auch in Zusammenarbeit mit dem Landesverband der Feuerwehr Fahrsicherheitstraining angeboten.

Ein Defekt an der Pumpe hat dafür gesorgt, dass die Besatzung eines Tanklöschfahrzeug der Klostermansfelder Wehr nicht mit Wasser gegen das nahende Feuer vorgehen konnte. Woran es lag, dass die Pumpe nicht ansprang, ist unklar. Laut Wehrleiter Frank Ochsner habe der Maschinist mehrfach versucht, die Pumpe zu starten. Vergeblich. Mit Handfeuerlöschern versuchten die Feuerwehrmänner ihr Fahrzeug zu retten. Dabei zogen sich Wehrleiter Ochsner sowie ein weiterer Feuerwehrmann aus Klostermansfeld Verbrennungen im Gesicht zu. “Das Feuer kam durch drehende Winde rasend auf uns zu”, so Frank Ochsner. Die zu Hilfe eilende Eisleber Feuerwehr löschte das Klostermansfelder Fahrzeug. Trotzdem ist an dem Auto Totalschaden entstanden. Die Klostermansfelder brachten sich zu Fuß schnell in Sicherheit. Den Verletzten geht es den Umständen entsprechend gut.


Das Auto der Klostermansfelder war nicht mehr zu retten. (FOTO: K. WINTERFELD)


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