Landschaftsbrände in Deutschland: Beiträge des GFMC in Ausbildung, Forschung, Entwicklung von Konzepten und Politikberatung

 


 

For the international readers:
By exception – this GFMC website is in German language

Diese Website dient der Information von Behörden in Deutschland – auf den Ebenen des Bundes, der Länder, Landkreise du Kommunen. Für weitere Auskünfte steht das GFMC zur Verfügung:

Zur Vorgeschichte: Das Global Fire Monitoring Center (GFMC) und die Arbeitsgruppe Feuerökologie (Max-Planck-Institut für Chemie und Universität Freiburg) bilden seit zwei Jahrzehnten Spezialkräfte im Feuer-Management aus. Die ersten Spezialkräfte wurden anlässlich des Ersten Forums Katastrophenvorsorge in Freiburg im Jahr 2000 vorgestellt.

 

Freiburg i.Br. – Aufbau Spezialkräfte Landschaftsbrand (2013-2019)

Planung des Aufbaus von Spezialkräften Landschaftsbrand der Abteilungen Waltershofen und Kappel (2013), Beschaffung von leichter Schutzkleidung und Handgeräten und Ausbildung in Waltershofen (2015).





Refresher-Training der Abteilungen Waltershofen und Kappel (Juni-Juli 2019)

Einschlägige Veröffentlichungen:

Ausbildung Spezialkräfte für Kontrolliertes Brennen im Naturschutz:
Bundesforst / BIMA (2014)


In drei Regionalseminaren wurden die Mitarbeiter der Sparte Bundesforst (Bundesanstalt für Immobilienaufgaben) in der Anwendung des Kontrollierten Feuers zur Erhaltung von unter Naturschutz stehenden Zwergstrauchheiden durch das GFMC geschult.

Website des Ausbildungsprogramms und Ausbildungsunterlagen:

Kontrolliertes Brennen in Naturschutzgebieten mit Kampfmittelbelastung:
Naturschutzgebiet Heidehof-Golmberg, Brandenburg (2006-2014)

Beginnend mit ersten konzeptionellen Überlegungen im Jahr 2006 wurde 2009 ein Projekt auf den Weg gebracht, das sich in den Kernjahren 2010 bis 2014 als Vorhaben „Erprobung und Entwicklung von Methoden zur Heidepflege durch kontrolliertes Feuer auf munitionsbelasteten Flächen im NSG “Heidehof-Golmberg” (Landkreis Teltow-Fläming)“ umgesetzt wurde. Während der Kern des Projektes das sichere Feuer-Management auf kampfmittelbeasteten Standorten beinhaltete, die unter Naturschutz gestellt sind und nach dem EU-Recht einem Erhaltungsgebot unterliegen, so war absehbar, dass das Vorhaben auch Technologien und Verfahren zur Bekämpfung von Feuer auf kampfmittelbelasteten Standorten entwickeln würde. Diese wurden ab 2012 und vor allem 2018-19 erfolgreich bei der Bekämpfung von Landschaftsbränden auf kampfmittelbelasteten Standorten in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern eingesetzt (s.u.). Projektergebnisse und weiterführende Literatur aus dem GFMC:

Brandenburg ist das Bundesland mit dem höchsten Anteil an Kampfmittelbelastung – ehemalige militärische Übungsflächen und Kampfgebiete des 2. Weltkriegs.

Absicherung des Kontrollierten Brennens durch den Löschpanzer SPOT-55 (11.000 l Löschmittel, volle Panzerung gegen unkontrollierte Detonationen).

Zündpanzer auf Basis eines BMP-Kommandopanzers, mit ATV Drip Torch und Pyroshot Dragon zur sicheren Zündung von kontrollierten Bränden oder Gegenfeuern.

Entzündung eines Kontrollierten Feuers von Bord des BMP-Zündpanzers.

Monitoring des Brandverlaufs durch Drohnen und Fesselballon (links) und Absicherung der Brennfläche entlang kampfmittelberäumter Umfahrungswege der Flächen.

Kartierung der Brandflächen und Übergabe der freigelegten Munition an den Kampfmittelbeseitigungsdienst.

Projektergebnisse
Im September 2014 wurde durch das GFMC und in Zusammenarbeit mit der Verwaltung des Landkreises Teltow-Fläming ein Symposium mit dem Thema “Integriertes Feuer-Management in Brandenburg: Entwicklung von Konzepten für den Umgang mit Feuer und Vorbeugung von Feuerkatastrophen in den Natur- und Kulturlandschaften in Brandenburg” veranstaltet. Anlass war zum einen der erfolgreiche Abschluss des Forschungs- und Erprobungsvorhabens „Entwicklung von Methoden zur Heidepflege durch kontrolliertes Feuer auf munitionsbelasteten Flächen im NSG Heidehof-Golmberg (Landkreis Teltow-Fläming)“. Zum anderen wurde das Symposium vor dem Hintergrund zunehmender Herausforderungen der Bedrohung von Wäldern, Infrastruktur und Sicherheit der Bevölkerung durch Wildfeuer (Wald- und Flächenbrände) in Brandenburg abgehalten. Diese Herausforderungen bestehen darin, die verschiedenen sektoralen Verantwortungen und Herausforderungen mit dem Thema Wildfeuer (unkontrollierte und ungewollte Wald- und Flächenbränden) zusammen zu führen und damit rational und kompetent umzugehen. Die Zunahme der Herausforderungen ist vor allem vor der Kulisse des Wandels von Landnutzung, sozioökonomischer und demographischer Entwicklung und vor allem des absehbaren Klimawandels zu sehen. Nach Abstimmung mit allen beteiligten Projektpartnern und Behörden des Landes Brandenburg wurde der Landesregierung Brandenburg ein Bericht mit Anlagen vorgelegt:

Weitere Richtlinien des GFMC für Feuer-Management auf Standorten mit Belastung von Radioaktivität und Kampfmitteln
Eine Übersicht der Arbeiten des GFMC im Feuer-Management auf kontaminierten Standorten ist in englischer Sprache verfügbar:

Darunter finden folgende Richtlinien in mehreren Sprachen Anwendung.

Best practices and recommendations for wildfire suppression in contaminated areas, with focus on radioactive terrain:

Bekämpfung von Landschaftsbränden auf Standorten mit Kampfmittelbelastung:
Aufbau von Kompetenzen und Erfahrungen (2006-2019)

Nach den ersten Erfahrungen beim Einsatz von Löschpanzern auf munitionsbelasteten Standorten zwischen 2013 und 2017 wurde die Panzertechnik im Juni 2018 der Öffentlichkeit und den Behörden von Brandenburg erneut vorgestellt. Die Veranstaltung „Klimawandel und Waldbrand in Brandenburg: Steigenden Gefahren durch partnerschaftliche Lösungen Begegnen“ wurde durch den GFMC-Partner Dienstleistungen im Brand- und Katastrophenschutzfall (DiBuKa) und dem Kreisbrandmeister des Landkreises Prignitz am 23. Juni 2018 auf dem Truppenübungsplatz Havelberg durchgeführt. Weitere Beteiligung: Bundesanstalt Technisches Hilfswerk, Bundeswehr und Bundesforst.



Die Veranstaltung, die vom Landkreis Prignitz veranstaltet und vom GFMC moderiert wurde, führte das Einsatzspektrum der gepanzerten Löschtechnik auf kampfmittelbelasteten Standorten vor. Fotos: Anna Schulz, DiBuKa.

Hintergrundinformation und Online-Dokumentation der Veranstaltung

Einsatz der gepanzerten Löschtechnik in Mecklenburg-Vorpommern (Juli 2019)

Im Juli 2019 unterstützten das GFMC und DiBuKa die Landesregierung MV und den Landkreis Ludwigslust-Parchim bei der Bewältigung eines Feuers auf dem Gelände des ehemaligen Truppenübungsplatzes und Waffenarsenals Lübtheen. Die Unterstützung des Landkreises und der Landesregierung erfolgte „hands-on“ im Gelände und seitens der Medienarbeit in angemessener Zurückhaltung.




Einsatzplanung im Gelände und im Führungsstab:
Zusammenarbeit zwischen Landkreis Ludwigslust-Parchim, Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern, Präsident THW, Staatsekretär BMEL, Bundesforst und GFMC und Partnerorganisationen (Lübtheen, 1.-4. Juli 2019).
Fotos: GFMC.

Anregungen des GFMC für eine nationale Strategie zur Reduzierung des Risikos und zur Bewältigung von Landschaftsbränden in Deutschland

In Deutschland werden Landschaftsbrände im Zuge des Klimawandels mit aller Wahrscheinlichkeit häufiger und heftiger auftreten. Vor diesem Hintergrund hat die FDP-Fraktion in Zusammenarbeit mit dem GFMC die Initiative ergriffen und am 25. Oktober 2019 im Bundestag die Fachkonferenz „Auswirkungen des Klimawandels auf Landschaftsbrände – Herausforderungen und Lösungsansätze für Deutschland und die EU“ veranstaltet. Ziel: Ein ergebnisoffener Dialog über die technischen und organisatorischen Voraussetzungen, mit denen in Zukunft Landschaftsbrände in Deutschland und in Europa wirksam verhindert und bekämpft werden können. Hierbei wurde vor allem auch auf die Erfahrungen im internationalen Raum zurückgegriffen, vor allem in Hinblick auf fach- und ressortübergreifende Kohärenz zwischen Maßnahmen und Verfahren in der Katastrophen-vorsorge, Land- und Forstwirtschaft, Naturschutz und Klimaschutz bzw. Anpassung an den Klimawandel.

An der Fachkonferenz wurde von Vertretern von Behörden und Organisationen des Bundes (Leiter des Sparte Bundesforst der BIMA; Präsident TWH) und einiger Bundesländer ebenso teil, wie Vertreter von Unternehmen und des Zukunftsforums Öffentliche Sicherheit. Unten rechts: Gespräch der Initiatoren der Fachkonferenz (von l.n.r.: Dr. forest Christoph Hoffmann MdB, Benjamin Strasser MdB, Prof. Dr. Johann Georg Goldammer (GFMC) und Olaf Bentlage, Konferenzmoderator und Referent Politik (Büro Benjamin Strasser). Fotos: Zukunftsforum Öffentliche Sicherheit und Büro FDP-Fraktion.

Feuerexperimente für die Wissenschaft und Praxis :
Beispiele aus vier Jahrzehnten (1977-2019)

Die ersten Untersuchungen der Freiburger Arbeitsgruppe Feuerökologie und des GFMC zur Anwendung des Kontrollierten Feuers als naturgemäße Methode der Bewirtschaftung von Wald- und Offenlandökosystemen fanden im Jahr 1977 statt. Zielsetzung: Entwicklung von Verfahren zur Nutzung des Feuers zur Reduzierung des Potentials bzw. Risikos von Vollfeuern in Kiefernwäldern oder die Erhaltung von Offenlandökosystemen wie Zwergstrauchheiden.

Visuelle Eindrücke des ersten Kontrollierten Feuers zur Reduzierung der Auflagen von Brennmaterial in Kiefernbeständen: Forstamt Breisach bei Freiburg i.Br. 1977. Fotos: GFMC-Archiv.

Modellierung und Fernerkundung von Landschaftsbränden

Im Rahmen des Deutschen Forschungsnetz Natur-Katastrophen (DFNK) leitete das GFMC zwischen 2001 und 2003 den Cluster „Waldbrand“, in dem u.a. die in Deutschland besonders gefährdeten Kiefernreinbestände charakterisiert wurden, Ausbreitungsmodelle von Bränden und Methoden der Frühentdeckung durch bodengestützte Kamerasysteme ebenso entwickelt wurden, wie satellitengestützte Ortung und Charakterisierung von Landschaftsbränden. Beispiele:

Visuelle Eindrücke der Vorbereitungen und Durchführung von Feuerexperimenten

Im Rahmen des DFNK wurden zwischen 2001 und 2003 eine Reihe von Untersuchungen zur Ausbreitungsmodellierung von Feuer in Kiefernwaldbeständen in Brandenburg durchgeführt. Fotos: GFMC-Archiv.

Erste Tests von Sensoren für die weltraumgestütze Detektion und Charakterisierung von Landschaftsbränden: Geometrisch definierte Feuer im Offenland und unter dem Kronendach eines Kiefernwalds im Forstam Breisach – Vermessung durch eine Do-228-212 des Deutschen Instituts für Luft- und Raumfahrt vom Flugplatz Freiburg i.Br. aus (1995). Fotos: GFMC-Archiv.

Kalibrierung der Satellitensensoren anlässlich eines großen Waldbrandexperiments in der Lausitz (Brandenburg) im Jahr 2001, die einige Wochen später mit dem Kleinsatelliten BIRD (Bispectral InfraRed Detection) in den Orbit gebracht wurden und bis 2004 Daten lieferte, die die weitere Entwicklung von weltraumgestützten Sensorsystemen ermöglichte. Bild unten links: Symbolische Darstellung der Feuerbeobachtungssatelliten BIROS (vorn) und TET-1 (hinten), die seit 2016 in der FireBIRD Mission in einer Mini-Konstellation auf zwei räumlich zueinander versetzten sonnensynchronen Bahnen fliegen. Diese Mission wird in der FireBIRD Broschüre beschrieben. Fotos und Satellitendaten: DLR.

Von 1977 nach 2018-2019

Neben den internationalen Experimenten (s.u.) wurden die letzten beiden Feuerexperiment in den Jahren 2018 auf Sylt (Morsumer Heide) und 2019 in Brandenburg (Zschornoer Wald) durchgeführt.


Website Kontrolliertes Brennen in Dünen-Zwergstrauchheiden auf Sylt (2001-2018)

Im März 2019 wurden durch das GFMC und den Bundesforstbetrieb Lausitz kontrollierte Pflegefeuer auf Flächen der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) Naturerbe im Naturschutzgebiet (NOSG) Zschornoer Wald (Brandenburg) durchgeführt, um den Bewuchs mit Zwergstrauchheiden (Calluna vulgaris) zu erhalten. Diese kontrollierten Feuer wurden von einem Experiment des Vorhabens Forschungs- und Entwicklungsvorhabens FireSense mit Spektralmessungen am Boden, in der Luft mit Drohnen und Flugzeug sowie per Satellit begleitet.

FireSense Experiment Website

Arbeiten des GFMC im Ausland:
Beispielgebend für weitere Entwicklungen in Deutschland

Die Arbeitsgruppe Feuerökologie und das GFMC haben vor allem seit dem Übergang in das Max-Planck-Institut für Chemie im Jahr 1990 eine große Zahl von internationalen Forschungsprojekten unterstützt, die die Rolle von Vegetations- bzw. Landschaftsbränden auf Ökosysteme, Gesellschaft und das „Raumschiff Erde“ untersucht, beispielsweise das Biomass Burning Experiment (BIBEX). Im Folgenden werden exemplarisch und bildhaft Aktivitäten in einigen Ländern Europas und des benachbarten Süd-Kaukasus und Zentralasiens zusammengefasst, die einen Ausschnitt aus der Arbeit des GFMC zeigen:

Russische Föderation

Zwischen 1991 und 2019 hat das GFMC in Russland insgesamt 44 Missionen durchgeführt (Expeditionen, Konferenzen, Ausbildung und politische Dialoge). Die vom GFMC geleitete Forschungskampagne FIRESCAN wurde 1993 begonnen und ist hat eine Laufzeit bis zum Jahr 2192:

Das Experiment verfolgt die Regeneration eines natürlichen Kiefernwalds der sogen. Hellen Taiga in Zentral-Sibirien. Hierzu gibt einen Dokumentarfilm (ZDF/Arte, 1993) der hier online verfügbar ist. Weiterhin ist im Buchhandel eine ausführliche wissenschaftliche Veröffentlichung über die Arbeiten des GFMC und der Partnereinrichtungen in Eurasien erhältlich:

Im Rahmen der russisch-deutschen Zusammenarbeit förderte des Bundeministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) die weitere wissenschaftlich-politische Zusammenarbeit im Feuer Management:

Ukraine

Mit der Etablierung des 2. Regionalzentrums des GFMC in der Ukraine (Regional Estern Europe Fire Monitoring Center) im Jahr 2010 wurde auch ein nationale Partnerschaft zwischen dem GFMC und der Ukraine in die Wege geleitet, die vor allem die Ausbildung von Praktikern der Forstbetriebe und Feuerwehren und der Wissenschaftler an Universitäten beinhaltet.


Beispiele von den jährlich stattfindenden „Feuer-Management-Wochen“ und dem politischen Dialog zur Entwicklung einer Nationalen, ressortübergreifenden Feuer-Management-Strategie. Detaillierte Unterlagen beisielsweise aus den Jahren 2015 bis 2019:

Süd-Kaukasus (I)

Im Auftrag der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) und des Europarats baut das GFMC seit 2006 im Süd-Kaukasus Kapazitäten im Feuer-Management auf. Teilnehmende Länder sind Armenien, Aserbaidschan und Georgien.

Beispiel Georgien: Reduzierung bzw. Regelung des exzessiven Brennens auf landwirtschaftlichen und Weideflächen und der unkontrollierten Ausbreitung auf Windschutzstreifen, Schutzgebiete und Wälder

Süd-Kaukasus (II): Regionale Zusammenarbeit mit den Ländern des Balkans und des Nahen bzw. Mittleren Ostens

Die Förderung regionaler Zusammenarbeit durch das GFMC schließt Länder des West-Balkans, des Nahen Ostens und des Mittleren Ostens ein:

Beispiele: Islamische Republik Iran und Regionale Zusammenarbeit

Polen

Im Rahmen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Polen unterstützte das GFMC unter Mitwirkung des Bundesforstbetriebs Lausitz die staatlichen Dienststellen Polens bei der erstmaligen Anwendung von Verfahren des Kontrollierten Brennens im Naturschutz und Waldschutz (2015).

Mongolei

Ausführliche Hintergrundinformation:

Südamerika: Aufbau grenzüberschreitender Zusammenarbeit im Feuer-Management

Zwischen 2016 und 2019 unterstützte das GFMC mit Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) die grenzüberschreitende Zusammenarbeit südamerikanischer Länder im Feuer-Management:

Indonesien: Aufbau grenzüberschreitender Zusammenarbeit im Feuer-Management in Südostasien

Das GFMC unterstützt die Forschung und vor allem den Aufbau von Kapazitäten im Feuer-Management in Indonesien seit 1985. Mit Hilfe von Fördermitteln des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) baut das GFMC das vierte Regionalzentrum in Südostasien auf – das Regional Fire Management Resource Center – South East Asia (RFMRC-SEA).

Griechenland: Entwicklung eines zukunftsweisenden Konzepts des Integrierten Feuer-Managements von Natur- und Kulturlandschaften

Der ländliche Raum Griechenlands unterliegt einem starken Wandel, der vor allem durch Landflucht und Verwilderung der alten Natur- und Kulturlandschaften gekennzeichnet ist. Dieser Wandel führt zu einer erhöhten Anfälligkeit von Bränden extremer Intensität, die auch auf Siedlungen und Randlagen von Großstädten übergreifen. So auch in der Athener Vorstadt Mati, die am 23. Juli 2018 von einem sich explosionsartig ausbreitendem Feuer betroffen wurde. In wenigen Stunden kamen dort mehr als 90 Menschen ums Leben (endgültige Zahl der Todesopfer: 102), mehr als 2000 Häuser wurden zerstört.

Die von Ministerpräsident Tsipras beauftragte und vom Leiter des GFMC einberufene und geleitete nationalen Kommission führte umfangreiche Untersuchungen und Konsultationen mit den Behörden und der Zivilgesellschaft und überreichte der Regierung, dem Parlament und dem Staatspräsidenten im Februar 2019 ein zukunftsweisendes ganzheitliches Konzept. Details und die weitere Entwicklung werden auf einer ausführlichen Website regelmäßig auf den neuesten Stand gebracht:

Ausbildung im Management von Landschaftsbränden:
Die EuroFire Kompetenzstandards und Ausbildungsmaterialien


Zwischen 2006 und 2008 wurden vom GFMC Standards und Materialien für die Ausbildung von Feuerwehren, Besitzern bzw. Bewirtschaftern von Wald, Naturschutzgebieten und landwirtschaftlichen Flächen und von Freiwilligen auf kommunaler Ebene in Europa entwickelt. Dieser Ansatz zur Ausbildung bzw. Spezialisierung von lokalen Akteuren wurde in den darauffolgenden Jahren auch in den 48 Mitgliedsländern des Europarats (Council of Europe) und den 57 Teilnehmerstaaten der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) ebenso eingesetzt, wie in den Regionen des Global Wildland Fire Network. Die Materialien werden mittlerweile in 22 Sprachen in mehr als 60 Ländern genutzt und durch Richtlinien zum Schutz von ländlichen Siedlungen gegen Landschaftsbrände ergänzt:

Luftgestützte Bekämpfung von Landschaftsbränden:
Internationale Zusammenarbeit in Forschung und Entwicklung

Nach den Waldbränden in Niedersachsen im Jahr 1975 wurden in Deutschland Technologien und Konzepte der Waldbrandbekämpfung aus der Luft entwickelt, die im Land letztendlich nicht zur Anwendung kamen, aber international weiterentwickelt wurden.

Neben der Zusammenarbeit in der Entwicklung luftgestützter Verfahren ist das GFMC Sekretariat der International Fire Aviation Working Group, die ein Zusammenschluss nationaler (staatlicher) Akteure und freier Unternehmen darstellt, die die Effektivität, Effizienz und Sicherheit der luftgestützten Feuerbekämpfung insbesondere in Hinblick auf Interoperabilität in der internationale Zusammenarbeit fördern. Hierzu wurden die International Fire Aviation Guidelines entwickelt.

Weitere deutschsprachige Veröffentlichungen des GFMC

Das GFMC publiziert generell in Englischer Sprache. Für die Leserschaft in Deutschland hier einige deutschsprachige Publikationen:

Weitere Publikationen

Webseiten mit gesamten bzw. ausgesuchten Veröffentlichungen des GFMC

Beispiel einer GFMC-Website für die Nutzung in Schulen

Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit des European and Mediterranean Major Hazards Agreement (EUR-OPA) des Europarats des Netzwerks von 25 thematisch spezialisierten Kompetenzzentren, zu dem auch das GFMC gehört, wurde 2019 die Website BeSafeNet eingerichtet, das sich an Lehrer und Schüler wendet.

In der vom GFMC erstellten Website über Landschaftsbrände werden Grundlagen über das facettenreiche Auftreten und die Auswirkungen von Landschaftsbränden weltweit vermittelt:
www.besafenet.net/en-gb/natural-hazards-landscape-fires

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