Da macht die Gemeinde nicht mit

Da macht die Gemeinde nicht mit

22 October 2009

published by www.maerkischeallgemeine.de


Brandenburg — Naturschutz mit dem Streichholz? Der Hauptausschuss der Gemeinde Nuthe-Urstromtal hält das für keine gute Idee. Ein Pilotprojekt, bei dem auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Heidehof-Golmberg Heideflächen durch kontrolliertes Niederbrennen anderer Vegetation erhalten bleiben sollen (die MAZ berichtete), fiel jetzt im Ausschuss durch. Bürgermeister Winand Jansen (SPD) ärgerte sich: „Da geht es nur um die Ziele des Naturschutzes.“

Dies erbost den Verwaltungschef, weil die ehemaligen Militärflächen vor allem deshalb problematisch seien, weil dortige Waldbrände nur schwer zu bekämpfen sind – was nicht zuletzt an der dort immer noch befindlichen Munition liegt. Doch um Waldbrandbekämpfung geht es bei dem Vorhaben nicht. Ebenso wenig um Munitionsberäumung.

Das kontrollierte Brennen sorgt laut Jansen nur für neue Gefahren. Als das Projekt jüngst im Kreis vorgestellt wurde, hätten Munitionsbergungsexperten darauf hingewiesen, dass die Munition, die bei dem Feuer nicht gleich explodiert, sich verändern wird. „Die Munition wird nach der Hitze noch unberechenbarer“, berichtete Jansen.

Für Jansen ist das Vorhaben nicht unterstützenswert. Es solle eine Landschaft bewahrt werden, die dort nicht hingehört. „Man will die Heide erhalten, aber dort ist eigentlich Hochwald gewesen“, sagte er. Erst die jahrzehntelange militärische Nutzung habe die Heidelandschaft geschaffen.

Der Bürgermeister zeigte sich auch deshalb verärgert, weil die Fachbehörden schon Anträge gestellt und Fakten geschaffen hätten, bevor es politisch diskutiert wurde. „So schafft man Ablehnung“, urteilte Jansen.

Die anderen Ausschussmitglieder teilten Jansens Vorbehalte. „Wenn wir dem zustimmen, lösen wir für die 180 Hektar eine Naturkatastrophe aus“, sagte Dietmar Rindt (SPD). Und Jansen ergänzte: „Wir unterhalten uns hier über 300 000 Euro, mit Nachbehandlung im Lauf der Jahre sogar 600 000 Euro. So kann man Geld verbrennen.“ Der Ausschuss sprach sich einstimmig gegen das Vorhaben aus. (Von Ekkehard Freytag)