Brandheiße Aktion für Nattern und Echsen

Brandheiße Aktion für Nattern und Echsen

Bündnis Naturschutz Dithmarschen bereitet kontrolliertes Abbrennen von Heideflächen vor
Dithmarscher Landeszeitung / Brunsbütteler Zeitung
Boyens Medien GmbH
23. Juli 2010
http://www.boyens-medien.de/dlz-bz/zeitung2.html


Heide (rd) Im Rahmen eines Artenhilfsprojektes will das Bündnis Naturschutz Dithmarschen in diesem Jahr mit einem kontrollierten Brennen zur Regeneration der Heideflächen in Gudendorf und Elpersbüttel beitragen.

Ziel ist es, den Lebensraum der hier heimischen Zauneidechsen und Schlingnattern zu sichern. Das Projekt besteht aus unterschiedlichen Maßnahmen. In der Jägersburger und der Gudendorfer Heide sollen Gehölze entnommen und Grasbestände abgeschoben werden. In unebenem Gelände kann die Heide besonders effektiv durch „kontrolliertes Brennen“ gepflegt werden. Diese Methode soll nun auch im Dithmarscher Projekt angewendet werden.

Die Brände werden unter Einbeziehung der örtlichen Feuerwehren durch Spezialisten des „Global Fire Monitoring Center“ in Freiburg ausgeführt. Das Wissen der Freiburger Feuerökologen basiert auf weltweiten Erfahrungen mit dem kontrollierten Feuereinsatz zur Pflege schützenswerter Lebensräume. In Norddeutschland hat die Arbeitsgruppe um Professor Johann G. Goldammer unter anderem bereits mehrfach mit großem Erfolg in der Lüneburger Heide und auf Heideflächen im benachbarten Nordfriesland gebrannt.

Die Heidpflege in Dithmarschen ist Bestandteil des Artenhilfsprojektes „Schlingnatter und Zauneidechse in Dithmarschen“, das mit Finanzierung des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume umgesetzt wird. Zauneidechse und Schlingnatter sind in Schleswig-Holstein hochgradig gefährdet und haben in dem beiden Dithmarscher Gebieten einen Verbreitungsschwerpunkt. Beide Arten kommen auf Sandheiden und Trockenrasen vor, die bei fehlender Nutzung oder Pflege ihre Lebensraumeignung verlieren, sodass beide Reptilienarten und auch viele weitere Charakterarten der Heiden verschwinden.

Die Bürgermeister und Feuerwehren der betroffenen Gemeinden Gudendorf und Elpersbüttel sind bereits über das „heiße Vorhaben“ informiert worden. Die Aktion im Auftrag des Naturschutz-Bündnisses wird in den nächsten Wochen stattfinden. Das „Kontrollierte Brennen“ ist unter anderem stark abhängig von der Witterung. Windrichtung und -stärke sowie die Luftfeuchtigkeit sind ebenfalls entscheidend. Aus diesem Grund wird der Termin für den Feuereinsatz in den beiden Projektgebieten sehr kurzfristig festgelegt werden.
 


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